Am Freitag, dem 30.09.2016, war der internationale „lange Tag der Flucht“ und uns besuchten zwei Flüchtlinge. Die erste Stunde verbrachten wir mit Simon, der aus Ghana kommt. Er war aus seinem Heimatland geflohen, da es Streitigkeiten in seiner Familie gegeben hatte. Auf seiner Flucht durchquerte der 24-jährige Simon Ghana, Burkina Faso sowie Niger, Libyen und Ägypten, bis er schließlich in der Türkei ankam. Dort verbrachte er drei Monate. Dann fuhr er weiter nach Griechenland und über Mazedonien bis nach Serbien. Danach ging seine Odyssee weiter nach Ungarn und schlussendlich landete er in Österreich. Seine Flucht dauerte insgesamt zwei Jahre. Nun lebt er hier in Salzburg, wo er auch gern bleiben möchte, weil ihm die Kultur und das Land sehr gut gefallen. In seiner Freizeit spielt er beim Fußballverein Liefering und geht gerne schwimmen.

 

In der zweiten Stunde hatten wir Alaa aus dem Irak bei uns. Er musste wegen des IS aus seinem Heimatland fliehen. Alaa flüchtete mit einem LKW, wofür er € 10.000 an die Schlepper bezahlen musste. Er hatte keine Garantie, dass er in Österreich ankommen würde.

Alaa saß mit sechs weiteren Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern sechs Tage lang in dem LKW fest. Es war für ihn schwierig sich zu verständigen, da er die Sprachen der anderen Flüchtlinge nicht beherrschte. Alaa ist mittlerweile seit vier Jahren hier in Österreich und wartet seitdem auf einen positiven Asylbescheid. Da er nicht arbeiten darf, engagiert er sich freiwillig bei der Caritas.

 

Die zwei Stunden mit Simon und Alaa haben unsere Perspektive auf die Flüchtlingskrise sehr verändert. Es war sehr interessant, nicht nur die Berichte aus den Medien zu hören, sondern mit Flüchtlingen selbst ins Gespräch zu kommen.

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Bericht von

Michelle Jergler, Lea Nemetz, Stefanie Schoiberer, Michelle Sommerauer (2BKN)