„In der dunklen Raumfahrtstation in Houston hörte man zwei tiefe Stimmen lautstark diskutieren. Trump war mit den Stofftierwerbegeschenken nicht zufrieden.“

So oder so ähnlich begann der Poetry Slam-Workshop mit dem Multitalent Minkasia, in dem die 2BKN und die 3BKN ihre Slam-Kenntnisse auffrischen und zur Schau stellen konnten.

Am Montag, 13.03.2017, lud die Stadtbücherei Hallein zu einer Lesung der speziellen Art mit der Linzer Schriftstellerin und Poetry Slammerin Minkasia. Nach einer kurzen Einleitung ging es gleich mit der Praxis los – die Schüler und Schülerinnen schrieben gemeinsame Geschichten, die alles außer langweilig sein durften. So entstand auch der obige Satz. Neben der Kreativität flossen beinahe Tränen – vor Lachen wohlgemerkt. Denn eine der wenigen Regeln des Poetry Slams und der Schriftstellerei generell ist der Respekt vor den Mitmenschen; man kann sich in den Texten über sich selbst lustig machen oder über seine Eigenheiten herziehen, aber man sollte niemals seine Freunde und Freundinnen zu Witzfiguren degradieren. Diese spezielle „Ehre“ ist all jenen vorbehalten, die sich auch dementsprechend wehren können beziehungsweise eine höhere Position inne haben, wie Politiker und Politikerinnen (ein berühmtes Beispiel dafür wäre das jährliche White House Correspondent’s Dinner).

Alles in allem war es sowohl ein erhellender als auch ein lustiger Vormittag!

Mehr Infos zu Minkasia gibt es auf ihrem Blog: minkasia.blogspot.co.at

Poetry Slams der 2BKN:

Martina Hörandtner und Melanie Nezmah:

„Wake me up when it’s all over,

when I’m wiser and I’m older,

all this time I was finding myself

and I didn’t know I was lost“

Das Leben ist wie eine Bombe.

Du weißt nicht, wie alt du wirst und wie viel du verlierst.

Wie viel du erreichst oder wie viel du verpeilst.

Du versuchst, Glück zu erlangen und alles zu erreichen,

doch denkst nicht eine Sekunde daran,

deine Schulden zu begleichen.

Du gehst mit geschlossenen Augen durch die Welt,

siehst nicht, welches Leid den anderen widerfährt.

Weck mich auf, wenn alles vorbei ist.

Wenn du weiser und älter bist.

Die ganze Zeit versuche ich, mich selbst zu finden,

aber mir ist nicht klar, dass ich verloren war.

Sie denken, Kinder sind zu jung um zu versteh‘n,

doch die Kinder sind es, die die Probleme seh’n.

Sie sind die Menschen von morgen,

doch wir hinterlassen ihnen nichts als Sorgen.

Jeder versucht, den Anderen zu ändern,

doch das wird kaum den Schmerz der Welt lindern.

Die eigene Verbesserung,

das sollte das Ziel sein!

Aber jeder denkt:

„Die Welt verändern? Dafür bin ich zu klein…“

Also nehm‘ ich die Zügel in die Hand,

ich starte die Reise.

Ich werde laut,

die Anderen hingegen ganz leise.

Weck mich auf, wenn alles vorbei ist.

Wenn du weiser und älter bist.

Die ganze Zeit versuche ich, mich selbst zu finden,

aber mir ist nicht klar, dass ich verloren war.

Ich trage die Last der Welt,

doch ich habe nur zwei Hände.

Ich erhoffe mir Hilfe, von irgendwo einen Held,

aber ich merke, das sind alles nur Fremde.

Wir alle denken, wir sind die größten Ästheten,

was wir eigentlich machen,

ist das Zerstören unseres Planeten.

Wir haben nur diesen einen,

unsere Urenkel aber dann keinen.

Also lasst uns zusammenhelfen und die Welt verändern!

Beginnen wir doch damit, richtig zu gendern.

Es ist ein Anfang, den jeder machen kann!

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